Der zweite Friedrich von Coes Krimi ist fertig

In diesen Zeiten muss man um jeden Sonnenstrahl froh sein. Es geht nichts über einen Balkon im sechsten Stock 🙂

Was allerdings noch wichtiger ist: ich war beim Friseur. Leider hat mein geliebter Herr Jenö (dem ich in Benedict Schönheits viertem Fall ein kleines Denkmal gesetzt habe) sich während der Corona Krise aus dem aktiven Berufsleben als Friseur zurückgezogen (Es sei ihm gegönnt, er ist immerhin 68 Jahre alt). Ich musste mir allerdings einen neuen Friseur suchen. Das ist fast so schlimm wie einen neuen Zahnarzt oder einen neuen Rechtsanwalt. Nun, die neue Friseurin meinte es ein wenig zu gut. Ich werde dieses Etablissement nicht mehr aufsuchen, denn im Moment fühle ich mich ein wenig wie der gute. alte Agent Gibbs 🙂

Die gute Nachricht ist: der zweite Münster Krimi ist fertig. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit ihm. Dieses Mal ist mir die Gestaltung wirklich nicht leicht gefallen, denn es geht um das Thema Missbrauch, die Rivalitäten in Friedrich von Coes Team werden pronocierter und am Ende steht ein sehr überraschender Schluss.

Leider sind wir auf Grund der derzeitigen Lage im Buchhandel bzw. in der Verlagszulieferung nicht in der Lage das prognostizierte Datum der Erstveröffentlichung (EVD) einzuhalten. Geplant war der 5. Juni, zu diesem Zeitpunkt sind noch keine größeren öffentlichen Veranstaltungen in NRW möglich und unsere Druckerei weiß nicht, ob sie pünktlich liefern kann. Wir haben uns daher entschlossen Freitag, 14. August als EVD anzupeilen.

Wer Lust hat, kann als JournalistIn bereits jetzt ein Rezensionsexemplar vorbestellen (presse@mediathoughts.net), wir werden die Hardcover Printexemplare ab Anfang Juli ausliefern. Meinen Leserinnen und Lesern bieten wir, wie immer, die Möglichkeit Anfang Juli an einer „pre-publish“ Leserunde bei Lovelybooks teilzunehmen. Wenn Sie Fragen dazu haben schreiben Sie bitte an den Verlag (team@mediathoughts.net).

Ich werde mich jetzt mit den Lektoren ans abschließende Redigieren machen und dann den nächsten Benedict Schönheit Roman fertig schreiben. Immerhin möchte ich, dass er unter vielen Weihnachtsbäumen liegt 🙂

#arnokerr #thomasmichaelglaw #friedrichvoncoes #münster #krimi #rezensionsexemplar

Immer wieder spannend …

zu sehen wo meine Bücher so überall gelesen werden. Bei manchen Locations könnte man direkt neidisch werden. Vor allem, wenn man im kalten und dunklen München sitzt und am nächsten Friedrich von Coes Roman arbeitet. Andererseits spielt der im November – vielleicht sollte ich das Wetter also als Inspiration nutzen 🙂

Tamars Schwestern

So lautet der Titel des neuen Friedrich von Coes Krimis, der Anfang Juni in Buchhandlungen kommt.  Mir fiel der Anfang schwer, denn eine junge Frau bringt sich um und ich fand es nicht einfach mich in ihre Situation zu versetzen.
Im Zentrum des Romans geht es um sexualisierte Gewalt, ein Thema, das mich in den letzten Jahren sehr aufgewühlt hat. Ich hoffe, dass es mir gelingt, daraus einen spannenden und nachdenklichen Fall für Friedrich und sein Team zu formen.

Advent in Münster

In der Vorweihnachtszeit bin ich gerne in Münster. Wegen der Atmosphäre, um ein wenig einzukaufen, um Freunde zu treffen. Dieses mal auch um zu lesen. Nicht nur, dass ich gerne lese. Ich treffe auch wirklich gerne die Menschen, die willens sind mir zuzuhören. Ich lese in ihren Gesichtern, ob und wenn etwas gelungen ist, ebenso, wie ich Zweifel wahr nehme.

Es ist ein Geben und Nehmen. Man hat mich schon oft gefragt, ob ich vom Theater komme. Nein. Ich lese einfach gerne. Und ein wenig Drama ist nie verkehrt. Es macht einfach Spaß.

Es war durchaus spannend mein Münsteraner Publikum  in die Welt des nachdenklichen Münchner Kriminalrats Benedict Schönheit einzuführen. Entgegen der landläufigen Meinung, gibt es ein München jenseits der Schickeria.

Und natürlich gibt  es auch da Mord und Totschlag.

Viel interessanter war an diesem Abend jedoch die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, eine Kreuzwegmeditation zu schreiben. Das Leiden und Sterben Christi mit Gedanken zur gegenwärtigen Zerstörung der Schöpfung zu verknüpfen, ist eine wirkliche Herausforderung.

Ich befürchte meine Weihnachtstage werden nicht ganz so ruhig werden, wie ich mir vorgestellt hatte. Unruhe ist die Wurzel aller Veränderung. Und wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, dann brauchen wir Veränderung.

Das ist nicht von mir, das ist Giuseppe Tomasi di Lampedusa, dem Autor von „Il Gattopardo“. Euch allen noch eine erwartungsfrohe Zeit. Bald ist Weihnachten.

Erster Advent

Es war eine ereignisreiche Woche.

Wir haben den neuen Benedict Schönheit „Der Tod der Liebenden“ bei Bücher Hacker in München Laim vorgestellt und dafür viel positives Feedback geerntet.

Warum das wichtig ist?
Ich bin  eigentlich nie völlig mit dem zufrieden , was ich geschrieben habe. Umso schöner ist es, wenn die Zuhörer einer Lesung mir zu verstehen geben, dass sie den Roman als stimmig finden und sich, wie schon bei den ersten drei aus dieser Reihe, auf die Lektüre freuen.

Wenn sie verstehen, dass die Benedict Schönheit Romane zwar in München spielen, diese Stadt quasi als Leinwand benutzen, die Themen aber nicht regional sind. Viele der sogenannten Regionalkrimis empfinde ich als sprachlich schwach und inhaltlich irrelevant.

Nach einem ruhigen Wochenende werde mich jetzt dem nächsten Arno Kerr Roman zuwenden. Schon seit Monaten betreibe ich Recherche zum Thema Kindesmissbrauch – ein wenig spielte das auch in den letzte Benedict Schönheit Krimi hinein. Für den neuen Roman, der unter dem Arbeitstitel „Tiefer Fall“ läuft und in Münster spielt, nimmt das Thema sexualisierte Gewalt eine zentrale Rolle ein. Ich kann nicht sagen, dass die Recherche besonders angenehm war. Wenn man in die Tiefen menschlicher Existenz hinabsteigt, wird einem bisweilen schlecht. Das können Sie durchaus wörtlich nehmen.

„Tamars Schwester“ wird keine Thriller werden. Ich bin kein Freund dieses Genres. Hoffentlich gelingt mir ein Roman, in dem ich die Personen rund um Kriminalhauptkommissar von Coes weiter entwickeln und gleichzeitig das Thema Gewalt gegen Kinder thematisieren kann.

Egal wie belastend es ist.

 

Münsters Kreuzviertel

Der eine oder die andere wird es gemerkt haben: ich schreibe auch Kriminalromane, die in Münster spielen unter dem Pseudonym Arno Kerr. Gestern und heute hatte ich die Gelegenheit meinen neuen Roman in Münster vorzustellen. Die Begeisterung der Leser*innen war ansteckend, die Gespräche in den Pausen und danach für mich als Autor interessant, die Fragen anregend.

Für mich ist es ungeheuer wichtig, immer wieder das Gespräch mit meinen Leser*innen zu suchen – es ist faszinierend, was sie bemerken. So manche Idee in einem weiteren Roman verdanke ich meinen Leser*innen.

Mein besonderer Dank gilt dem Team in der #Finne und der Gemeinde Heilig Kreuz. Ich freue mich auf den nächsten Abend.

#Krimi #Münster #ArnoKerr #ThomasMichaelGlaw

 

Lesen

© Thomas Michael Glaw

Kann man schreiben ohne zu lesen? Ich glaube nicht. Bei einem Blick auf den Stapel neben meinem Bett ist mir das wieder einmal klar geworden. Das Problem ist eher des nicht kleiner werdenden Angebots an lesenswerten Büchern Herr zu werden.

Inwiefern das für einen Autor von Kriminalromanen relevant ist? Der gute Kriminalroman dreht sich neben der Trias von Motiv, Mittel und Möglichkeit vor allem um Personen und Persönlichkeiten. Genau darin unterscheidet er sich meines Erachtens  von der Dutzendware. Ob es Alan Bennets herrlich komische Darstellung der Königin als Leserin, die Figur des Eugen Rapp bei Hermann Lenz oder die lacrimae rerum in Vergils Aeneas – immer kommt man einem Menschen näher, immer lernt man etwas über das, was uns zum Menschen macht.

Nebenbei lese ich noch die Biografie John Betjemans, der es auf dem Kontinent nie zu großer Berühmtheit gebracht hat in Großbritannien, zumindest von vielen meiner Generation verehrt wird. Als Dichter habe ich ihn nie sonderlich geschätzt – als Zeitzeuge ist er großartig.

By the by – das Typoskript von „Kreuzbube“ ist fertig. Nächste Woche gibt es das Schlusslektorat und dann geht es ab in die Druckerei. Den geplanten EVT am 2. Mai 2019 werden wir nicht halten können, aber vor den Pfingstferien sollte das Buch im Handel sein.

Ich werde mich über Ostern ein paar neuen Entwürfen zuwenden und einem Haufen ungelesener Bücher 🙂

Anmerkung für die Kolleg*innen im Buchhandel und bei der Presse: Bitte fordern sie unter team@mediathoughts.net den Newsletter des Verlags an – wir halten sie über alle Entwicklungen bei unserer Krimireihe auf dem Laufenden.

Die letzten Meter

© Thomas Michael Glaw

Mein neuer Kriminalroman, der immer noch unter dem Arbeitstitel „Kreuzbube“ läuft ist fertig. Nach ein paar Tagen am Bodensee waren nicht nur etwa 90 Seiten Text sondern auch zahlreiche schwarz – weiß Fotografien „im Kasten“. Kreuzbube ist nachdenklicher geworden, als ich eigentlich geplant hatte, aber mir geht es oft so, dass Figuren im Verlauf des Schreibprozesses ein Eigenleben entwickeln. Bisweilen komme ich mir als Autor wirklich nur mehr als der Schreiberling vor, der das notiert, was die Figuren auf dem Schachbrett des Lebens spielen.

Es war eine spannende Arbeit ein völlig neues Umfeld zu schaffen. Ein Umfeld, dass in vielerlei Hinsicht problematischer ist, als das meines Münchner Ermittlers Benedict Schönheit, der seinen nächsten Fall im Herbst/Winter 2019 aufklären wird. Eine Mozart Oper wird eine tragende Rolle spielen, mich aber zugleich vor ein gerüttelt Maß an Recherchearbeit stellen.

In den nächsten Wochen läuft das Feilen am Text. Man sagt, George Simenon hätte seine Texte geschüttelt, um zu sehen, ob nicht noch ein paar Adjektive herausfallen. Auch meine Lektorin und ich bemühen uns den Text stringent zu gestalten, ohne überflüssige Volten.

Ich finde es immer schwierig bei einem längeren Text, wie einem Roman, zu einem Ende zu kommen. Es sind viele Fäden, die miteinander verwoben werden müssen. Keiner mag „loose ends“, wie es so schön auf Englisch heißt, in einem Roman. Verglichen damit ist das abschließende Ringen um den endgültigen Text, zumindest aus meiner Sicht, eher einfach.

Für den ersten Roman der Münster Reihe gibt es noch kein EVD (Datum der Erstveröffentlichung). Wir hatten den 2. Mai geplant – das werden wir aber vermutlich nicht halten können. Ziel ist es , den Roman vor den Pfingstferien in den Buchhandlungen zu haben – damit Ihr was zum Lesen habt 🙂 .

 

Plätze

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es Edmond oder Jules de Goncourt war,  der sagte, man solle an einem Tag nicht mehr erleben, als man schreiben könne. Ein wahres Wort. Das Journal der Brüder gibt es übrigens im Moment bei zweitausendeins für 199 Euro. Ein Schnäppchen. Ehrlich. Und genau das richtige für die Feiertage.

Nein, ich bekomme keine Prozente dort. Was die beiden Goncourts zu sagen haben ist amüsant, nachdenklich und … jedem Kollegen, jeder Kollegin in der schreibenden Zunft (von Lesern ganz zu schweigen) empfohlen. Haben Sie es bemerkt? Bei meinem letzten Satz habe ich keine feminine Form angefügt. Das ist meine subtile Form des Aufstands gegen diesen Unfug.

© Thomas Michael Glaw 2018

Aber ich wollte ja eigentlich über Plätze schreiben. Als Autor muss man sich an die Orte des Geschehens begeben. Man muss den Geruch einatmen, die Realität mit der einem selbst innewohnenden Fantasie verschmelzen. Das gilt für jeden Text im Entstehen. Selbst Fantasy Romane oder Science Fiction besitzen eine reale Basis im Leben des Autors und ohne diese kann er oder sie nicht weiter schreiben.

Ich habe also wieder einmal ein Wochenende in Münster verbracht um dem genius loci meines neuen Romans nachzuspüren und mich mit einem ehemaligen Kriminalbeamten zu treffen um den Realitätsbezug meiner Vorstellungen auszuloten. Ich möchte keinen 20:15 Uhr Fernsehkrimi schreiben, sondern eine glaubhafte Fiktion, die den Motiven und Nöten bei Tätern, Opfern und Ermittlern nachspürt.

Vor Ort zu sein ist für mich unerlässlich. Für meine Romane in München, wie für für die neuen, persönlich komplexeren Romane, die in Münster angesiedelt sind. Finden Sie nicht, dass der Dortmund – Ems – Kanal ein wunderbarer Ort für einen Mord ist ?