Allein

Stehen nicht die Protagonisten in den meisten guten Kriminalromanen  allen  da? Ist diese Individualisierung, diese Isolation nicht sogar die Wurzel ihres Verhaltens?

Die Isolation des Einzelnen erleichtert die Darstellung des Motivs. Handeln wir alle nicht andererseits stets nur innerhalb einer Gruppe? Das Phänomen Gruppe im Gegensatz zum Individuum bewegt mich seit langen.

Sanft wiegt sich der Lavendel im Abendwind. Die Provence lässt grüßen. Und doch steckt gerade hinter dieser sanften Bewegungen oft mehr als man denkt. Eine kleine Bewegung mag den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Es ist eben jener Unterschied, der den Kriminalroman ausmacht. Der ihn auszeichnet. Der diejenigen markiert, die sich außerhalb des Kanons stellen, den die Gesellschaft akzeptiert, mehr noch: der die Gesellschaft funktionsfähig erhält.

Es ist der normale Bürger, der im entscheidenden Moment die Kontrolle verliert, der am Anfang des Kriminalromans steht.

Es ist der normale Bürger, der Opfer und Täter meiner Romane beseelt.

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